Weinroter Zwergegerling

Weinroter Zwergegerling

Weinrötlicher Zwerg-Champignon, Weinroter Zwergchampignon, Halbroter Egerling

Agaricus semotus

Syn.: Psalliota semota, Psalliota amethystina

Essbar
Eigenschaften, Erkennungsmerkmale, Besonderheiten
Hymenium:Lamellen
Geruch:Nach Anis bzw. Bittermandel, daneben leicht pilzig.
Geschmack:Mild, angenehm pilzig; roh nicht verzehren.
Hut:2–5 cm breit, selten bis 6 cm. Jung halbkugelig und weißlich, dann gewölbt bis flach, der Rand bleibt lange heruntergebogen. Mit weinroten bis purpur- oder lilabraunen, radial angeordneten Faserschüppchen, die zur Mitte hin dichter stehen; im Alter und am Rand gilbend. Dünnfleischig.
Fleisch:Weiß und faserig, gerieben und besonders in der Stielbasis gelblich bis gelborange anlaufend.
Stiel:3–6 cm lang, 0,4–0,8 cm dick, zylindrisch mit knollig verdickter Basis. Weißlich, im Alter gelbbräunlich; die Basis färbt sich bei Berührung rasch ockergelb. Ring weißlich bis blassrosa, dünnhäutig, hängend und schnell vergänglich.
Lamellen:Frei, gedrängt. Jung graurosa, mit der Sporenreife purpur- bis dunkelbraun; Schneiden weißlich.
Sporenpulver / Mikroskopie:Sporenpulver dunkel- bis schwarzbraun mit rötlichem Ton. Sporen kurz elliptisch bis eiförmig, glatt, ca. 4–5,5 × 2,5–4 µm.
Vorkommen:Etwa Juli bis Oktober (in der Literatur auch Mai bis November). In Laub-, Misch- und Nadelwäldern, oft in der Nadelstreu unter Fichten oder Kiefern, an Wegrändern und in Parks; ohne besondere Bodenansprüche. Meist in kleinen Gruppen, relativ häufig.
Familie / Ordnung:Champignonverwandte – Agaricaceae
Gruppe:Egerlinge – Agaricus und Ähnliche
Gattung:Agaricus
Verwechslungsgefahr:Keulenfüßiger Zwergchampignon (fast weißer Hut mit nur spärlichen Fasern, meist im Laubwald), Purpurfaseriger Champignon (größer), Triften-Zwergchampignon (Hut ohne farbige Schuppen, auf Wiesen), Karbolegerling (giftig; größer, Karbolgeruch), Stinkschirmling (giftig; weiße Lamellen, stechender Geruch), kleine Schirmlinge (teils tödlich giftig; Lamellen bleibend weiß).
Chemische Reaktionen:KOH auf der Huthaut gelb. Schäffer-Reaktion positiv (orange bis rotorange, vor allem am Rand).
Kommentar:Zwar essbar, wegen der geringen Größe aber praktisch ohne Bedeutung für die Küche; wie andere gilbende Anis-Egerlinge kann er Cadmium anreichern. Bestimmungshilfe: kleiner Champignon mit Anisduft, weinroten Fasern und sofort gilbender Stielbasis. Grundregel bei allen Champignons: Die Lamellen sind schon beim jungen Pilz nicht reinweiß, sondern rosa, grau oder bräunlich, und die Stielbasis steckt nie in einer häutigen Scheide. Fruchtkörper mit weißen Lamellen oder Scheidenknolle stehen lassen – sie können tödlich giftige Knollenblätterpilze sein; deshalb den Stiel stets vollständig mit Basis herausdrehen.

← Alle Pilze