Violetter Risspilz

Violetter Risspilz

Lilaseidiger Risspilz, Violett-seidiger Risspilz, Violetter Seiden-Risspilz

Inocybe violacea

Syn.: Inocybe lilacina, Inocybe geophylla var. lilacina, Inocybe geophylla var. violacea

Tödlich giftig
Eigenschaften, Erkennungsmerkmale, Besonderheiten
Hymenium:Lamellen
Geruch:Unangenehm, erdig-mehlig bis spermatisch.
Geschmack:Nicht kosten!
Hut:1–3 (bis 4) cm breit, jung kegelig-glockig, später schirmförmig ausgebreitet mit erhabenem Buckel. Hell lila bis intensiv violett gefärbt; die Hutmitte wird schon an jungen Pilzen ocker- bis gelbbräunlich, und mit zunehmendem Alter bleicht die Violettfärbung weitgehend aus. Seidig-faserig, jung durch einen Haarschleier mit dem Stiel verbunden.
Fleisch:Weiß bis blass lila, dünn.
Stiel:2–6,5 cm lang, schlank, hohl. Lila bis weißlich-violett, seidig-faserig, an der Spitze weißlich bereift; Basis oft ockerlich entfärbt.
Lamellen:Jung blass grau bis lilagrau, reif erd- bis graubraun; angeheftet bis fast frei, etwas bauchig. Schneide weißlich, fein gesägt.
Sporenpulver / Mikroskopie:Sporenpulver ocker- bis graubraun. Sporen elliptisch bis deutlich mandelförmig, glatt, ca. 7–10,5 × 4–6 µm.
Vorkommen:Sommer bis Spätherbst in Laub- und Mischwäldern bei Laubbäumen, gern an feuchteren Stellen wie Bachufern. Mykorrhizapilz; verbreitet.
Gruppe:Risspilze
Gattung:Inocybe
Verwechslungsgefahr:Violetter Lacktrichterling (Speisepilz: Lamellen dick, entfernt, kräftig violett, Sporenpulver weiß, kein Spermageruch), Rettichhelmling (deutlicher Rettichgeruch, Sporenpulver weiß), Lilaspitziger Risspilz (Hut braun und schuppig, nur die Stielspitze violett), Seidiger Risspilz (gleiche Gestalt, aber weiß).
Kommentar:Gleicht in Gestalt, Geruch und Giftigkeit dem Seidigen Risspilz und wurde lange als dessen violette Varietät geführt; genetisch gilt er heute als eigene Art. Violette und weiße Fruchtkörper wachsen nicht gemischt. Enthält wie fast alle Risspilze Muskarin: Schon eine Viertelstunde bis zwei Stunden nach dem Essen können Schwitzen, Speichel- und Tränenfluss, enge Pupillen, Übelkeit, Durchfall und ein verlangsamter Puls auftreten; bei größeren Mengen drohen Atemnot und Kreislaufversagen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und Pilzreste aufheben.

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