Gifthäubling

Gifthäubling

Gift-Häubling, Nadelholz-Häubling

Galerina marginata

Syn.: Galerina autumnalis, Pholiota marginata, Agaricus marginatus

Tödlich giftig
Eigenschaften, Erkennungsmerkmale, Besonderheiten
Hymenium:Lamellen
Geruch:Muffig nach modrigem Holz, beim Zerreiben meist schwach mehlartig, teils leicht rettichartig; der Mehlgeruch ist oft nur schwach und als Einzelmerkmal nicht verlässlich.
Geschmack:Nicht kosten!
Hut:1–6 cm breit, jung halbkugelig, dann gewölbt bis flach, oft mit kleinem Buckel. Feucht ocker- bis rotbraun oder bernsteinfarben, glatt und etwas schmierig glänzend, am Rand bis zur Hälfte durchscheinend gerieft; hygrophan, trocken hell ockergelb, sodass frische Fruchtkörper vor Ort oft zweifarbig wirken. Rand jung mit flüchtigen Velumfasern.
Fleisch:Dünn, bräunlich, zur Stielbasis dunkler rostbraun. Keine Verfärbung beim Anschnitt.
Stiel:2–7 cm lang, 0,2–0,7 cm dick, zylindrisch, brüchig. Ocker- bis haselbraun, im Alter von unten schwarzbraun werdend. Dünner, häutig-faseriger, vergänglicher Ring; darunter silbrig-weißlich längsüberfasert, allenfalls mit feinen weißlichen Faserflöckchen, jedoch ohne abstehende Schüppchen. Basis oft weißfilzig.
Lamellen:Jung hellocker bis gelblich, reif rost- bis zimtbraun. Ziemlich gedrängt, breit angewachsen bis etwas herablaufend.
Sporenpulver / Mikroskopie:Sporenpulver rost- bis zimtbraun. Sporen mandelförmig, feinwarzig, dextrinoid, ca. 7–10,5 × 4,5–6,5 µm.
Vorkommen:Mai bis Dezember, Schwerpunkt Herbst. Gesellig bis büschelig an Stümpfen, liegenden Ästen und vergrabenem Holz, vor allem von Nadelbäumen (Fichte, Kiefer), aber auch an Laubholz und Holzhäcksel. Verbreitet und häufig.
Familie / Ordnung:Träuschlingsähnliche – Strophariaceae
Gruppe:Häublinge – Galerina
Verwechslungsgefahr:Stockschwämmchen (essbar, aber nur für Kenner; nur die Kombination der Merkmale trennt sicher: Stiel unterhalb des häutigen Rings dicht mit abstehenden Schüppchen besetzt, Geruch würzig ohne Mehlnote, meist in großen Büscheln an Laubholz), Rauchblättriger Schwefelkopf (Lamellen grau, Sporenpulver violettbraun), andere Häublinge (oft nur mikroskopisch trennbar), Samtfußrübling (Stiel samtig dunkelbraun, ohne Ring, Sporenpulver weiß, Winterpilz), Hallimasch (Sporenpulver weiß, Hut mit dunklen Schüppchen, meist große Büschel), Geflecktblättriger Flämmling (Lamellen rostfleckig, Geschmack sehr bitter).
Chemische Reaktionen:KOH auf der Huthaut: rot bis mattrot. Sporen in Melzer dunkel (dextrinoid).
Kommentar:Enthält Amatoxine wie der Grüne Knollenblätterpilz; schon eine Handvoll kleiner Fruchtkörper kann tödlich sein. Brechdurchfälle setzen meist erst nach 6–12 Stunden ein (selten nach 3 bis über 24 Stunden), wenn das Gift längst aufgenommen ist; nach einer trügerischen Besserung folgt nach 2–4 Tagen ein lebensbedrohliches Leberversagen (Phalloides-Syndrom). Deshalb schon beim bloßen Verdacht sofort in die Klinik und nicht erst auf Beschwerden warten. Wer Stockschwämmchen sammelt, muss diese Art sicher kennen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und Pilzreste aufheben.
Wiki-Link:https://de.wikipedia.org/wiki/Gift-Häubling

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