Judasohr

Judasohr

Holunderschwamm, Holunderpilz

Auricularia auricula-judae

Syn.: Auricularia auricula, Auricularia sambucina, Hirneola auricula-judae

Essbar
Eigenschaften, Erkennungsmerkmale, Besonderheiten
Hymenium:Glatt bis runzelig
Geruch:Unauffällig, allenfalls etwas erdig.
Geschmack:Mild, fast neutral; knorpelig-gummiartig im Biss.
Hut:Ohr-, muschel- oder mützenförmig, meist 2–8 cm breit, selten größer; mit kurzer, schmaler Stelle seitlich oder am Scheitel am Holz angewachsen, ohne Stiel. Oberseite rotbraun, fleisch- bis violettbraun, fein samtig-filzig, zur Anwachsstelle hin etwas gröber behaart, oft mit Adern. Trocken dunkelt er bis fast schwarz nach. Rand dünn und glatt.
Fleisch:Dünn, bräunlich, durchscheinend, gallertig-elastisch wie Gummi. Trocknet hart und hornartig zusammen, quillt bei Regen aber wieder auf und wird erneut weich.
Fruchtschicht:Keine Lamellen: Die Fruchtschicht liegt auf der Unterseite (bzw. Innenseite der „Muschel“). Sie ist glatt bis wellig-runzelig oder aderig gefaltet, oft ohrmuschelartig, graubraun bis braun, seidig glänzend und im Alter leicht bereift.
Sporenpulver / Mikroskopie:Sporenpulver weiß. Sporen wurst- bis bananenförmig gebogen, glatt, ca. 16–23 × 6–8 µm.
Vorkommen:Ganzjährig, besonders auffällig in feuchten Phasen von Spätherbst bis Frühjahr; frosthart. Auf lebendem und totem Laubholz, vor allem an Schwarzem Holunder, auch an Eschen-Ahorn, Buche und anderen Laubbäumen, sehr selten an Nadelholz. In Wäldern, Parks und Gebüschen; Schwächeparasit und Holzzersetzer (Weißfäule). Sehr häufig.
Familie / Ordnung:Nichtblätterpilze Aphyllophorales
Gruppe:Gallerttrichter Guepinia und Ähnliche
Gattung:Auricularia
Verwechslungsgefahr:Gezonter Ohrlappenpilz (Oberseite grau, deutlich haarig und gezont, oft flächig am Holz wachsend, zäh und kein Speisepilz), Kreisel-Drüsling (schwarz, kreiselförmig, Fruchtschicht mit Wärzchen).
Kommentar:Ein guter Einsteigerpilz, da praktisch unverwechselbar und das ganze Jahr zu finden. Wie alle Wildpilze gut durchgaren; lässt sich hervorragend trocknen. Regelmäßiger Verzehr kann die Blutgerinnung hemmen – Vorsicht bei Einnahme blutverdünnender Medikamente. Verwandte Arten werden in Asien gezüchtet und als „Mu-Err“ oder irreführend „Chinesische Morchel“ gehandelt – mit Morcheln haben sie nichts zu tun.
Wiki-Link:https://de.wikipedia.org/wiki/Judasohr