Orangefuchsiger Raukopf
Orangefuchsiger Schleierling
Cortinarius orellanus
Syn.: Dermocybe orellana, Cortinarius rutilans
Fotos: Daniel Mackert ©
| Hymenium: | Lamellen |
|---|---|
| Geruch: | Schwach rettichartig. |
| Geschmack: | Nicht kosten! |
| Hut: | 3–10 cm breit, anfangs polster- bis halbkugelförmig, dann flacher ausgebreitet und breit-stumpf gebuckelt; bei älteren Hüten biegt sich der Rand häufig auf und kann einreißen. Rostorange, orangefuchsig bis orangebraun, trocken, fein filzig bis feinschuppig, nie schmierig. |
| Fleisch: | Blass gelblich bis ocker, zur Stielbasis hin zunehmend orangerötlich, fest und faserig; keine Verfärbung beim Anschnitt. |
| Stiel: | 4–12 cm lang, 0,5–1,5 cm dick, walzenförmig mit meist etwas verjüngtem Fuß. Farbe von Ockergelb an der Spitze nach unten in Orange bis Rostorange übergehend, kahl bis zart längsfaserig; ohne deutliche Velumbänder (nur sehr jung Spuren von gelblichem Velum). |
| Lamellen: | Jung orangegelb, dann warm rostorange bis rostbraun; auffallend dick, breit und entfernt stehend, ausgebuchtet angewachsen. |
| Sporenpulver / Mikroskopie: | Sporenpulver rostbraun. Sporen elliptisch bis mandelförmig, warzig, ca. 8–12 × 5,5–7 µm. |
| Vorkommen: | Juli/August bis Oktober in wärmebegünstigten Laubwäldern, vor allem unter Eiche, auch Linde, Buche, Hasel oder Kiefer; auf sauren bis neutralen, oft sandigen Böden. Mykorrhizapilz; meist selten, in manchen Jahren örtlich häufiger. |
| Familie / Ordnung: | Schleierlingsverwandte – Cortinariaceae |
| Gruppe: | Rauköpfe, Hautköpfe – Cortinarius (Leprocybe, Dermocybe, Cortinarius) und Ähnliche |
| Gattung: | Cortinarius |
| Verwechslungsgefahr: | Spitzgebuckelter Raukopf (ebenfalls tödlich giftig; spitzer Buckel, gelb genatterter Stiel, im Nadelwald), andere orange- bis rostbraune Schleierlinge und Hautköpfe. Bei flüchtigem Blick auch orangefarbene Speisepilze wie der Pfifferling (Leisten statt Lamellen, kein rostbraunes Sporenpulver) – Schleierlinge haben stets rostbraunes Sporenpulver und jung eine Cortina. |
| Chemische Reaktionen: | KOH auf dem Fleisch braunschwarz bis schwarz; Eisen(III)-chlorid violett. |
| Kommentar: | Tödlich giftig! Das enthaltene Orellanin zerstört das Nierengewebe (Orellanus-Syndrom). Tückisch ist die lange Latenzzeit: Erste Beschwerden wie starker Durst, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen in der Nierengegend (Flanken/Lenden) treten oft erst nach mehreren Tagen, teils erst nach 2–3 Wochen auf – dann ist die Niere meist schon schwer geschädigt, bis hin zu dauerhafter Dialysepflicht oder Nierentransplantation. Kochen oder Trocknen macht das Gift nicht unschädlich, ein Gegenmittel gibt es nicht. Wer Tage oder Wochen nach einer Pilzmahlzeit solche Beschwerden bekommt, sollte den Arzt ausdrücklich auf diese Mahlzeit hinweisen. Schleierlinge grundsätzlich nicht zum Essen sammeln – die Gattung enthält tödlich giftige Arten, und viele Vertreter sind nur mikroskopisch sicher zu trennen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und Pilzreste aufheben. |
| Wiki-Link: | https://de.wikipedia.org/wiki/Orangefuchsiger_Raukopf |



