Scharfer Haselmilchling

Scharfer Haselmilchling

Haselmilchling, Hasel-Milchling, Perlblättriger Milchling, Brennreizker, Beißender Milchling

Lactarius pyrogalus

Syn.: Lactarius hortensis, Galorrheus pyrogalus, Lactifluus pyrogalus

Giftig
Eigenschaften, Erkennungsmerkmale, Besonderheiten
Hymenium:Lamellen
Geruch:Unauffällig, gelegentlich schwach obstartig.
Geschmack:Nicht kosten! Milch und Fleisch sind äußerst scharf.
Hut:3–8 (11) cm breit, jung gewölbt mit lange eingerolltem Rand, bald flach und in der Mitte vertieft bis trichterig. Graubraun, grauoliv bis graugelblich, mitunter mit lila-bräunlichem Ton, meist mit mehr oder weniger deutlichen konzentrischen Zonen. Bei Feuchtigkeit klebrig, trocken matt und wie bereift.
Fleisch:Weiß bis blassgelblich, eher dünn, fest-elastisch, an der Luft etwas gilbend. Gibt reichlich weiße Milch ab, die rasch äußerst scharf wirkt und beim Eintrocknen cremegelb bis grünlich grau wird.
Stiel:2,5–7 cm lang, 0,5–1,5 cm dick, ziemlich zylindrisch, heller als der Hut, blass graubräunlich, manchmal mit kleinen dunkleren Grübchen. Jung voll, im Alter hohl werdend.
Lamellen:Breit angewachsen bis kurz herablaufend, relativ weit auseinanderstehend. Kräftig ockergelb bis gelborange – für einen graubraunen Milchling auffallend farbig; oft mit eingetrockneten, grünlich grau verfärbten Milchresten.
Sporenpulver / Mikroskopie:Sporenpulver hell cremegelblich. Sporen breit elliptisch, warzig-netzig ornamentiert, amyloid, ca. 6–8 (9) × 5–7 µm.
Vorkommen:Juli bis in den Spätherbst. Streng an Hasel gebunden (Mykorrhiza): an Waldrändern, in Hecken, Feldgehölzen, Parks und Gärten mit Haselsträuchern; unabhängig von der Bodenart. Weit verbreitet.
Familie / Ordnung:Täublingsverwandte – Russulaceae
Gruppe:Milchlinge – Lactarius und Ähnliche
Gattung:Lactarius
Verwechslungsgefahr:Hainbuchenmilchling (unter Hainbuche, Lamellen heller und enger), Grüner Milchling (Hut schleimig, grünlich, Lamellen weißlich, unter Buche), Eichenmilchling (Milch mild bis bitterlich, Geruch wanzenartig, Hut rotbraun, unter Eiche). Entscheidend sind Baumpartner, Schärfe und die gelbe KOH-Reaktion.
Chemische Reaktionen:KOH auf Milch und Fleisch gelb.
Kommentar:Der Baumpartner Hasel und die gelborangen Lamellen zu einem graubraunen, gezonten Hut machen die Art im Gelände gut kenntlich. Der Verzehr führt zu heftigen Magen-Darm-Beschwerden; scharfe Milchlinge generell nicht sammeln. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und Pilzreste aufheben.
Wiki-Link:https://de.wikipedia.org/wiki/Scharfer_Hasel-Milchling

← Alle Pilze