Stinkmorchel

Stinkmorchel

Gemeine Stinkmorchel, Gewöhnliche Stinkmorchel, Aasmorchel, Leichenfinger

Phallus impudicus

Syn.: Ithyphallus impudicus

Bedingt essbar
Eigenschaften, Erkennungsmerkmale, Besonderheiten
Hymenium:Innenliegend (Bauchpilze)
Geruch:Hexenei rettichartig bis fast neutral; der entfaltete Pilz riecht durchdringend nach Aas und ist oft schon von Weitem wahrzunehmen.
Geschmack:Hexenei rettich- bis radieschenartig, leicht nussig – erst kosten, wenn der Längsschnitt Gallertschicht und Stielanlage zeigt.
Fruchtkörper:Entwickelt sich in einem 3–6 cm großen, rundlichen bis eiförmigen „Hexenei“, das halb im Boden steckt und unten an einem kräftigen weißen Myzelstrang hängt. Das Ei ist weißlich, weich und ledrig; im Längsschnitt folgt unter der Haut eine dicke, gelbbräunliche Gallertschicht, darin die olivgrüne Sporenmasse und ein weißer Kern (die Stielanlage). Innerhalb weniger Stunden streckt sich der Pilz auf 10–20 (25) cm. Der Kopf ist glocken- bis fingerhutförmig, weiß und wabenartig vertieft, frisch von einer schleimig-olivgrünen Sporenmasse bedeckt; am Scheitel ein kleines, offenes Scheibchen.
Stiel:10–20 × 1,5–3 cm, zylindrisch, nach unten etwas verjüngt, reinweiß, hohl und von schaumstoffartig-löchriger, sehr zerbrechlicher Struktur. Am Grund steckt er in den Resten der Eihülle wie in einer Scheide.
Innenmasse (Gleba):Fruchtmasse (Gleba) olivgrün, schleimig und stark riechend; sie überzieht den Kopf und wird von Fliegen und Käfern abgefressen, die so die Sporen verbreiten. Danach bleibt nur das weiße Wabengerüst des Kopfes zurück.
Sporenpulver / Mikroskopie:Sporenpulver hellbräunlich (Sporen in Schleim eingebettet). Sporen elliptisch, glatt, ca. 3,5–5,5 × 1,5–2,5 µm.
Vorkommen:Mai bis November. In Wäldern aller Art, Gebüschen, Parks und Gärten, gern in der Nähe von morschem Holz; ohne Bodenvorlieben. Streuzersetzer, sehr häufig.
Familie / Ordnung:Nichtblätterpilze – Aphyllophorales
Gruppe:Stäublinge – Lycoperdon und Ähnliche
Gattung:Phallus
Verwechslungsgefahr:Grüner Knollenblätterpilz und andere Wulstlinge im Knollenstadium (Hexenei-Verwechslung! Im Längsschnitt ohne Gallertschicht, stattdessen Umriss von Hut, Lamellen und Stiel erkennbar), Dünen-Stinkmorchel (Hexenei an der Luft rosa bis lila, auf Sand und Dünen), Hundsrute (kleiner, schlanker, Spitze orange, ohne abgesetzten Kopf), Schleierdame (mit netzartigem Schleier unter dem Kopf), Tintenfischpilz (Hexenei ähnlich, entfaltet mit roten Armen), Dickschaliger Kartoffelbovist und Stäublinge (keine Gallertschicht im Schnitt).
Kommentar:Essbar ist nur das geschlossene, junge Hexenei: Haut und Gallerte entfernen, nur den festen Kern verwenden; regional gilt es als Delikatesse. Jedes Ei unbedingt längs halbieren – zeigt sich statt Gallerte und Stielkern der Umriss von Hut und Lamellen, handelt es sich um einen Knollenblätterpilz im Knospenstadium. Der entfaltete Pilz ist wegen des Aasgeruchs ungenießbar. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und Pilzreste aufheben.
Wiki-Link:https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Stinkmorchel

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