Wacholderrost
Gymnosporangium juniperi
Syn.: Gymnosporangium cornutum
Fotos: Daniel Mackert ©
| Hymenium: | Glatt bis runzelig |
|---|---|
| Geruch: | Ohne Bedeutung. |
| Geschmack: | Kein Speisepilz – nicht kosten. |
| Hut: | Kein Hut. Auf dem Wacholder erscheinen im Frühjahr orangefarbene Sporenlager, die bei Regen stark aufquellen und dann gallertig-glibberig wirken: bei G. juniperi meist kleine, polster- bis kurz zungenförmige Gebilde an Nadeln und dünnen Zweigen (lange, fingerartige Zungen an spindelig verdickten Ästen sprechen eher für G. clavariiforme). Bei Trockenheit schrumpfen sie zu unscheinbaren, bräunlichen Krusten zusammen. |
| Fleisch: | Die aufgequollenen Sporenlager sind weich und gallertartig; der Pilz lebt ansonsten unsichtbar im Gewebe der Wirtspflanze. |
| Sporenpulver / Mikroskopie: | Rostpilz mit mehreren Sporenformen: In den gallertigen Lagern auf dem Wacholder reifen im Frühjahr Teleutosporen, die gleich an Ort und Stelle auskeimen und Basidiosporen abschnüren; diese gelangen mit dem Wind auf das Rosengewächs. Eine Sommersporen-(Uredo-)Phase fehlt der Gattung; überdauert wird als mehrjähriges Myzel im Wacholder. Dort bilden sich Becherrost-Sporen (Äzidiosporen), die wiederum nur den Wacholder infizieren können. |
| Vorkommen: | Auffällig im Frühjahr bei feuchtem Wetter an Wacholder. Wirtswechselnder Rostpilz: Die Gallert-Lager auf Wacholder bilden den einen Teil des Lebenszyklus, der andere spielt sich auf Blättern und Früchten von Rosengewächsen ab (bei G. juniperi vor allem die Eberesche/Vogelbeere; andere Gymnosporangium-Arten wechseln etwa auf Weißdorn, Birne oder Apfel). Dort zeigen sich im Sommer gelbe bis orange Flecken auf der Blattoberseite und auf der Unterseite hornförmige, gelbliche Becherrost-Lager. |
| Gruppe: | Stielporlingsartige – Polyporales |
| Gattung: | Gymnosporangium |
| Verwechslungsgefahr: | Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae; Wechsel zwischen Sadebaum bzw. anderen Zierwacholdern und Birne, nicht am Gemeinen Wacholder; auf Birnenblättern orangerote Flecken mit warzigen, gitterartig aufreißenden Lagern), Wacholder-Weißdorn-Rost (Gymnosporangium clavariiforme; lange, gelborange Zungen an spindelig verdickten Zweigen), Gallertpilze wie Zitterlinge (wachsen auf Holz, nicht aus lebenden Wacholdertrieben). |
| Kommentar: | Kein Porling und kein Speisepilz, sondern ein pflanzenparasitischer Rostpilz, der zwischen Wacholder und einem Rosengewächs wechseln muss, um seinen Lebenszyklus zu schließen. Dem Wacholder schadet er meist nur wenig; auf Obstgehölzen wie der Birne (Birnengitterrost) kann ein starker Befall dagegen Ertragsverluste verursachen. Die genaue Artbestimmung innerhalb der Gattung gelingt oft nur über Wirtspflanze und Mikroskopie. |





