Spitzmorchel
Spitz-Morchel, Hohe Morchel
Morchella elata
Syn.: Morchella conica, Morchella deliciosa
Fotos: Daniel Mackert ©
| Hymenium: | Schlauchpilz (Becher, Waben, Falten) |
|---|---|
| Geruch: | Angenehm würzig. |
| Geschmack: | Mild, aromatisch; roh giftig – nicht roh kosten. |
| Fruchtkörper: | Fruchtkörper insgesamt 5–15 (20) cm hoch. Der Hut (Kopfteil) ist 4–12 cm hoch und 3–8 cm breit, meist spitz kegelförmig, seltener eiförmig-rundlich. Die Oberfläche besteht aus länglichen Waben, deren Rippen überwiegend senkrecht und parallel verlaufen. Jung graubeige, bald olivbraun, alt fast schwarz, vor allem an den Rippen. Der Hut ist innen hohl und am unteren Rand ohne Spalt mit dem Stiel verwachsen. |
| Fleisch: | Weißlich, dünn, wachsartig-brüchig. Hut und Stiel bilden zusammen einen einzigen durchgehenden Hohlraum. |
| Stiel: | Weiß bis ockergelblich, kleiig-körnig bekleidet, oft mit Längsfalten, innen hohl. An der Verbindung zum Hut häufig eine kleine Einsenkung. |
| Fruchtschicht: | Die Sporen werden in den Vertiefungen der Waben gebildet; die Kanten der Rippen sind steril und dunkeln im Alter nach. |
| Sporenpulver / Mikroskopie: | Sporenpulver cremefarben. Sporen elliptisch, glatt, sehr groß: ca. 20–26 × 11–16 µm. |
| Vorkommen: | März bis Mai, selten bis in den Juni. In Laub- und Nadelwäldern, Auwäldern, Parks und Gärten; auffallend oft auf frischem Rindenmulch in Anlagen und Beeten. Ziemlich häufig; erscheint aber oft nicht jedes Jahr an derselben Stelle, auf Rindenmulch meist nur ein bis zwei Jahre. |
| Familie / Ordnung: | Schlauchpilze – Ascomycota |
| Gruppe: | Morcheln – Morchella und Ähnliche |
| Gattung: | Morchella |
| Verwechslungsgefahr: | Frühjahrslorchel (tödlich: Hut hirnartig gewunden statt wabig, rotbraun, innen gekammert statt einheitlich hohl), Riesenlorchel (giftig: Hut hell- bis ockerbraun gewunden-lappig, Stiel dick und gekammert), Halbfreie Morchel (Hutrand zu etwa einem Drittel frei abstehend), Speisemorchel (hellgelb bis ocker, Hut rundlich mit unregelmäßigen Waben), Fingerhut-Verpel (Hut glatt, nur am Scheitel mit dem Stiel verbunden). |
| Kommentar: | Morcheln sind roh giftig und müssen gründlich durchgegart werden (mindestens 15–20 Minuten); auch gegart können größere Mengen Magen-Darm-Beschwerden oder das „Morchella-Syndrom“ (Schwindel, Zittern, Gangunsicherheit) auslösen. Jeden Fund längs aufschneiden: Nur ein durchgehend hohler Fruchtkörper spricht für eine Morchel, gekammertes Inneres deutet auf eine Lorchel – die Frühjahrslorchel wächst zur selben Zeit und kann tödlich sein. Nur frische, einwandfreie Exemplare und nur in mäßigen Mengen essen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und Pilzreste aufheben. |
| Relativer Speisewert: | Nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt – Sammeln nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf. DGfM: Positivliste Speisepilz. |
| Wiki-Link: | https://de.wikipedia.org/wiki/Spitz-Morchel |



