Netzstieliger Hexenröhrling
Netzhexe, Rotstrumpf
Suillellus luridus
Syn.: Boletus luridus
Olivbrauner Hut, rot genetzter Stiel
Deutliches Stielnetz
Orangerote Poren
Sammelfund – in der Mitte der Netzstielige Hexenröhrling Fotos: Daniel Mackert ©
| Hymenium: | Röhren |
|---|---|
| Geruch: | Angenehm pilzartig bis unspezifisch. |
| Geschmack: | Mild; roh giftig – nicht roh kosten. |
| Hut: | 5–20 cm breit, jung halbkugelig, später polsterförmig, im Alter flacher. Farbe sehr wechselhaft: olivbraun, lederfarben oder schmutzig gelbgrau, häufig vom Rand her rötlich bis ziegelfarben überhaucht; Oberfläche trocken und fein samtig; blaut auf Druck. |
| Fleisch: | Gelb und fest, rasch und kräftig tintenblau verfärbend. Typisch: eine schmale rote Zone direkt über den Röhren (beim Längsschnitt sichtbar) und rotviolettes Fleisch in der Stielbasis. |
| Stiel: | 5–10 cm lang, 2–5 cm dick, walzig bis leicht keulig. Gelb bis orange, überzogen von einem deutlichen, weitmaschigen roten bis rotbraunen Netz, dessen Maschen zur Basis hin kleiner werden; Basis dunkler rotviolett; blaut auf Druck. |
| Röhren / Poren: | Röhren grüngelb, Porenmündungen orange bis dunkel blutrot, im Alter teils gelblich verblassend; auf Druck stark blauend. Röhrenschicht vom Hutfleisch lösbar. |
| Sporenpulver / Mikroskopie: | Sporenpulver olivbraun. Sporen spindelig, glatt, ca. 10–18 × 4,5–7,5 µm. |
| Vorkommen: | Mai/Juni bis Oktober. Unter Laub- und seltener Nadelbäumen, gern in Parks, Alleen und an Wegrändern; auf kalkhaltigen Böden. In Kalkgebieten häufig. |
| Familie / Ordnung: | Dickröhrlingsartige – Boletales |
| Gruppe: | Dickröhrlinge – Boletus und Ähnliche |
| Gattung: | Suillellus |
| Verwechslungsgefahr: | Satansröhrling (giftig: Hut kalkweiß bis hellgrau, Stiel knollig, Fleisch nur schwach blauend, aasartiger Geruch im Alter), Flockenstieliger Hexenröhrling (Stiel geflockt ohne Netz, keine rote Zone über den Röhren), Kurznetziger Hexenröhrling (Netz nur oben), Schönfußröhrling (Poren gelb, bitter), Glattstieliger Hexenröhrling. |
| Chemische Reaktionen: | Stielfleisch mit Jod (Lugol/Melzer) stark positiv (J+). KOH färbt die Huthaut dunkelrot, das Fleisch orange; FeSO4 färbt die Huthaut olivgrau, das Fleisch hell olivgelb. |
| Kommentar: | Roh giftig, nur gut durchgegart verzehren. Die früher befürchtete Unverträglichkeit mit Alkohol gilt nach Kosmos und BLV als unbegründet, andere Quellen raten weiterhin zur Vorsicht – am besten beim Pilzessen auf Alkohol verzichten. Vor dem Sammeln die Abgrenzung zum Satansröhrling sicher beherrschen. |
| Wiki-Link: | https://de.wikipedia.org/wiki/Netzstieliger_Hexen-Röhrling |
